Über mich
Patrick Roßkothen
Ich bin Diplom-Verwaltungswirt, selbstständiger Berater und Dozent und habe Promptomizer entwickelt. Promptomizer ist ein deutsches Web-Tool zum Erstellen, Optimieren und Verwalten von KI-Prompts.
Veröffentlicht am · Zuletzt aktualisiert am
Warum ich Promptomizer gebaut habe
Ich habe irgendwann gemerkt, dass ich dieselben Prompts immer wieder neu geschrieben habe. Nicht, weil ich sie nicht gut fand, sondern weil ich sie nicht wiedergefunden habe. Sie lagen im Chatverlauf, in einer Notiz oder in einem Screenshot.
Das eigentliche Problem war nicht das Schreiben. Es war das Wiederfinden. Deshalb ist der Kern von Promptomizer eine persönliche Prompt-Bibliothek und nicht ein Generator, der Prompts für dich verfasst.
Dahinter steht eine Überzeugung, die aus meiner Beratungsarbeit stammt: Wer eine Aufgabe nicht selbst formulieren kann, kann sie auch nicht sinnvoll delegieren. Das gilt für Mitarbeitende und für Sprachmodelle gleichermaßen. Wenn eine KI den Prompt schreibt, mit dem eine KI arbeitet, verstärkt sich der eigene blinde Fleck, statt ihn zu korrigieren. Deshalb optimierst du in Promptomizer selbst. Es ist kein Sprachmodell eingebunden, dem deine Inhalte übergeben werden.
Fachlicher Werdegang
Verwaltung ist meine Herkunft. Ich bin Diplom-Verwaltungswirt, war Beamter und habe das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit aufgegeben, um selbstständig zu arbeiten.
Seit über 20 Jahren gestalte und halte ich Seminare, überwiegend für den öffentlichen Sektor. Meine Themen sind Prozessmanagement, Personalbedarfsermittlung, Wissensmanagement und Change Management.
Seit 2008 arbeite ich an der Digitalisierung des öffentlichen Dienstes. Dazu gehört die Einführung von Dokumentenmanagement-Systemen ebenso wie die Planung und Entwicklung digitaler Workflows. Das ist der Grund, warum ich generative KI nicht als neues Thema behandle, sondern als nächsten Schritt in einer Entwicklung, die ich seit fast zwanzig Jahren begleite. Die Fragen sind dieselben geblieben: Welche Arbeit passiert hier eigentlich, wer braucht welche Information und an welcher Stelle bringt ein Werkzeug echten Nutzen.
Prompting unterrichte ich nicht nur, ich gebe es weiter: In der KI-Meisterklasse arbeiten Teilnehmende aus Verwaltung und Organisationen an ihren eigenen Aufgaben. Ein großer Teil dessen, was in Promptomizer steckt, stammt aus den Fragen, die in diesen Seminaren tatsächlich gestellt werden.
Wie ich mit KI arbeite
Ich schreibe Prompts wie Briefings. Das ist keine Metapher, sondern der Übertrag aus der Beratungsarbeit: Wer einem Menschen eine Aufgabe gibt, erklärt Ziel, Ausgangslage, Auftrag und gewünschtes Ergebnis. Bei einem Sprachmodell ist es dieselbe Denkbewegung.
Daraus ist der Bauplan entstanden, der auf diesen Seiten immer wieder auftaucht: Ziel definieren, dann Rolle, Kontext, Aufgabe und Format. Das Ziel steht bewusst außerhalb des Prompts. Es ist mein Maßstab bei der Bewertung des Ergebnisses, nicht Teil des Auftrags an die KI.
Ich teste Prompts in der Umgebung, in der ich sie später einsetze, und ich prüfe fachliche Aussagen nach. Ein flüssig formulierter Text ist kein Beleg. Das gilt besonders in der Verwaltung, wo Aussagen rechtlich tragen müssen.
Prompts sind dabei nur der Einstieg. Ich arbeite auch technisch mit KI:
- Programmierung. Ich entwickle eigene Anwendungen, Promptomizer ist eine davon.
- Agentische KI. Systeme, die eine Aufgabe in mehreren Schritten bearbeiten und dabei Werkzeuge nutzen, statt nur zu antworten.
- Automatisierung. Wiederkehrende Abläufe, bei denen ein Mensch nur noch an den Stellen entscheidet, an denen eine Entscheidung nötig ist.
- RAG-Systeme. Anwendungen, die Antworten an die eigenen Dokumente einer Organisation binden, statt sie aus dem Modellwissen zu erzeugen.
Häufig beginnt so etwas als Trainingsprojekt. Eine Organisation will zunächst verstehen, wie generative KI in ihrer eigenen Arbeit funktioniert. Aus den Ergebnissen entsteht anschließend eine Anwendung, die im Alltag tatsächlich genutzt wird. Der Weg von der Schulung zur Anwendung ist mir wichtiger als der Prototyp, der nach der Präsentation liegen bleibt.
Besonders interessiert mich die Verbindung von Wissensmanagement und KI. Die meisten Organisationen haben kein Wissensproblem, sondern ein Zugriffsproblem: Das Wissen ist da, aber es liegt in Köpfen, Laufwerken und Postfächern. Genau an dieser Stelle sind RAG-Systeme stark, und genau das ist häufig Gegenstand meiner Beratungsprojekte.
Der Gedanke hinter Promptomizer ist derselbe, nur eine Ebene kleiner. Ein guter Prompt ist Wissen. Wenn er im Chatverlauf verschwindet, ist er weg.
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